Komische Oper von Gioachino Rossini
Auf den ersten Blick geht es in der neuen Produktion der Sommeroper Selzach geordnet zu. Da ist ein Herrscher im arabischen Raum mit einem grossen Harem. Er ist seiner Frauen überdrüssig. Keine vermag ihn mehr zu reizen. Sein getreuer Mitarbeiter wird aufgefordert, ihm eine Italienerin zu finden und in seinen Besitz zu bringen. Wie es der Zufall der Oper so will, strandet just ein Schiff an der Küste, voll mit Italienern. Somit wäre das Ziel des Herrschers erreicht, und die Oper rasch an ihrem Ende.
Doch dem ist nicht so. Der Herrscher ist der Bey von Algier, also der Statthalter. Der getreue Mitarbeiter ist das Oberhaupt einer Piratenbande. Die letzte Lieblingsfrau des Beys ist eine temperamentvolle Spanierin. Und die favorisierte Italienerin findet unter den Bediensteten des Beys ihren Geliebten als Sklaven wieder. Und wenn nun noch der Meister des musikalischen Aberwitzes, Gioachino Rossini, die Musik dazu geschrieben hat, können nur noch halsbrecherische Ensembles den Liebenden zu ihrem Glück verhelfen.
Das bewährte Team um Ausstatter Oskar Fluri wird mit farbenprächtigen Bildern und Kostümen die Zuschauer in den arabisch-osmanischen Raum entführen. Regisseur Thomas Dietrich wird dafür sorgen, dass die sieben hochkarätigen Solisten, die teils gute Bekannte und teils interessante Neulinge auf den Selzacher Brettern sein werden, spielerisch sich durch alle Wirrnisse bewegen. Und zum zweiten Mal wird Bruno Späti als Dirigent die Fäden zusammenhalten und Solisten, Chor und Orchester der Sommeroper sicher durch die irrwitzigen musikalischen Verwicklungen zum Happy End geleiten. Somit steht den Freunden und Zuschauern der Sommeroper Selzach ein erneuter Leckerbissen bevor, wenn sich ab dem 31. Juli 2010 der Vorhang für DIE ITALIENERIN IN ALGIER in einer speziellen Selzacher Fassung in deutscher Sprache heben wird.
Gottfried Lothar
